Markus Vieghofer

Die 3 Rollen die jede Agentur unter 10 Mitarbeitern braucht

Lead6 Min. Lesezeit

3 bis 8 Leute im Team. Trotzdem bleibt alles an dir hängen. Das liegt nicht an deinem Team. Es liegt daran, dass du Leute eingestellt hast, aber keine Rollen besetzt hast. Es gibt einen Unterschied. Und der entscheidet darüber, ob deine Agentur wächst oder du einfach mehr Leute bezahlst.

Warum mehr Köpfe nicht weniger Arbeit bedeuten

5 Generalisten eingestellt. 5 Leute, die auf deine Anweisungen warten. Das ist kein Team. Das ist eine Warteschlange mit dir als Engpass.

"Jeder macht alles" klingt flexibel. In der Praxis bedeutet es: Niemand ist wirklich verantwortlich. Wenn alle für Kundenzufriedenheit zuständig sind, ist es im Endeffekt niemand. Und wenn niemand zuständig ist, landest es bei dir.

Rollen sind nicht Jobtitel

Eine Rolle beschreibt einen Verantwortungsbereich mit klaren Entscheidungsrechten. Ein Jobtitel steht auf der Visitenkarte. Dein "Senior Account Manager" hat einen Titel. Aber hat er eine Rolle? Darf er Kundenfreigaben erteilen? Budgets verschieben? Ohne Rückfrage entscheiden?

Wenn nicht, ist er kein Account Manager. Er ist ein gut bezahlter Zuarbeiter.

Aus einem Coaching Call kam diese Erkenntnis: Auch kleine, wiederkehrende Aufgaben sind Rollen. Event Locations recherchieren. Flüge buchen. Kundenzugänge einrichten. Wenn du sie keiner Rolle zuordnest, landen sie automatisch beim Founder. Jedes Mal.

Rolle 1: Der Delivery Lead

Im Kern ist das dein Projektmanager. Aber nicht der, der Tasks in Asana verschiebt und dich fragt ob er die Deadline verschieben darf. Sondern der, der wirklich im Lead ist. Endverantwortlich dafür, dass Kundenprojekte pünktlich, in Budget und in guter Qualität geliefert werden. Alles zwischen "Projekt gestartet" und "Projekt abgeschlossen" liegt bei ihm. Nicht bei dir.

Was der Delivery Lead übernimmt

  • Projektplanung und Ressourcenallokation
  • Qualitätskontrolle vor jeder Kundenlieferung
  • Kundenkommunikation im Projektverlauf
  • Eskalationsmanagement bei Problemen

In einer Performance-Agentur können unter Delivery allein 10+ Rollen stecken: Stratege, Projektmanager, Copywriter, Grafiker, Media Buyer, Tracking-Experte, Funnel-Builder. Der Delivery Lead muss nicht alle selbst ausfüllen. Aber er muss wissen, wer was macht, und dafür sorgen, dass es funktioniert.

Woran du den richtigen erkennst

Der richtige Delivery Lead denkt in Systemen, nicht in Aufgaben. Er fragt nicht "Was soll ich als nächstes tun?" Sondern: "Wie stellen wir sicher, dass das nicht nochmal passiert?"

Er ist organisiert. Scheut sich nicht vor unbequemen Fragen. Wenn dein Kunde eine unrealistische Deadline will, sagt der Delivery Lead "Nein" — nicht du. Das ist echte Delegation.

Rolle 2: Der Client Partner

Das ist dein Customer Success Manager mit strategischer Komponente. Er kümmert sich um alles, was vor und nach dem Projekt passiert. Beziehungsaufbau. Upselling. Langfristige Kundenzufriedenheit. Nicht reaktiv wenn der Kunde sich beschwert, sondern proaktiv bevor es soweit kommt.

Was der Client Partner übernimmt

  • Regelmäßige Check-ins mit Bestandskunden
  • Erkennen von Upselling-Möglichkeiten
  • Lösung von Eskalationen bevor sie eskalieren
  • Einholen von Feedback und Testimonials

Diese Rolle sorgt dafür, dass Kunden bleiben und mehr kaufen. In einer Agentur mit 10 Kunden finanziert sich der Client Partner allein durch Upselling.

Warum diese Rolle fast immer fehlt

In kleinen Agenturen macht der Inhaber Kundenbeziehung nebenbei. Aber "nebenbei" heißt: unregelmäßig. Reaktiv. Ohne System. Ein Kunde meldet sich erst, wenn er unzufrieden ist. Dann ist es zu spät.

Ein dedizierter Client Partner verwandelt Kundenbeziehungen von zufällig gut zu systematisch exzellent. Der Unterschied: Du verlierst 2 statt 5 Kunden pro Jahr. Bei einem durchschnittlichen Kundenwert von 3.000 Euro pro Monat sind das 108.000 Euro Unterschied.

Rolle 3: Der Operations Manager

Der Klebstoff, der alles zusammenhält. Alles, was nicht direkt mit Kundenprojekten zu tun hat, aber ohne das nichts funktioniert.

Was der Operations Manager übernimmt

  • Finanzen und Cashflow im Blick behalten
  • Rechnungen und Mahnwesen
  • Interne Prozesse pflegen und verbessern
  • Tools administrieren
  • Recruiting koordinieren
  • KI und Automatisierung: Welche Tools evaluieren wir? Wo setzen wir Automatisierungen auf? Wie stellen wir sicher, dass das Team sie auch nutzt?

In 2026 gehört KI zum Operations-Thema. Nicht als eigene Rolle, aber als fester Bestandteil. Dein Operations Manager muss nicht der KI-Experte sein. Aber er muss wissen, wo Automatisierung Stunden spart und wer im Team der richtige Ansprechpartner dafür ist.

Ab wann du diese Rolle brauchst

Spätestens ab 7-8 Teammitgliedern. Vorher kannst du vieles selbst machen oder auslagern. Aber ab einer gewissen Größe frisst Administration so viel Zeit, dass du ohne Operations Manager nicht mehr strategisch arbeiten kannst.

Das Warnsignal: Du verbringst mehr Zeit mit Rechnungen und Prozessen als mit Kunden und Strategie. Dann ist es Zeit.

Die richtige Reihenfolge

Du kannst nicht alle drei Rollen gleichzeitig besetzen. Hier ist der Plan.

Ab 3 Teammitgliedern: Delivery Lead

Erste Priorität. Solange du die Delivery verantwortest, bist du im Tagesgeschäft gefangen. Besetze diese Rolle, und du gewinnst sofort 15-20 Stunden pro Woche zurück. Das ist kein Luxus. Das ist Überlebensstrategie.

Ab 5-6 Teammitgliedern: Client Partner

Sobald du mehr als 5 aktive Kunden hast, brauchst du jemanden, der sich systematisch um Beziehungen kümmert. Du wirst überrascht sein, wie viel Upselling-Potenzial in deinen Bestandskunden steckt, das du bisher übersehen hast.

Ab 7-8 Teammitgliedern: Operations Manager

Ab dieser Größe wird Administration zum Vollzeitjob. Wenn du merkst, dass du mehr Zeit mit internen Themen verbringst als mit Richtung vorgeben, ist es Zeit.

Was passiert, wenn alle 3 Rollen besetzt sind?

Dein Job ändert sich fundamental. Du wirst vom Macher zum Strategen. Dein Tag besteht aus Richtung vorgeben, Hindernisse beseitigen und die richtigen Leute entwickeln. Du baust Ownership im Team auf statt Aufgaben zu verteilen.

Delivery läuft. Kunden sind happy. Admin ist geregelt. Und du? Du arbeitest endlich an deiner Agentur. Nicht in ihr. Das ist der Shift vom Operator zum Unternehmer.

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Häufige Fragen

Der Delivery Lead. Er übernimmt die Projektverantwortung und gibt dir sofort 15-20 Stunden pro Woche zurück.

Nein. Oft stecken diese Rollen bereits in deinem Team. Schau wer natürliche Stärken zeigt und gib ihnen formell die Verantwortung.

Eine Rolle beschreibt einen Verantwortungsbereich mit klaren Entscheidungsrechten. Ein Jobtitel steht auf der Visitenkarte. Für Wachstum brauchst du definierte Rollen.

Ab 7-8 Teammitgliedern. Vorher kannst du vieles selbst machen oder auslagern. Ab dieser Größe wird Administration zum Vollzeitjob.

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