Markus Vieghofer

Pricing Fehler die deine Marge killen

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Du machst guten Umsatz, aber am Ende des Monats bleibt weniger übrig als erwartet. Das liegt selten an zu wenig Arbeit. Es liegt fast immer am Pricing. Hier sind die fünf Fehler, die ich bei Agenturen am häufigsten sehe.

Fehler 1: Nach Stunden statt nach Wert abrechnen

Stundenbasierte Abrechnung bestraft Effizienz. Je besser du wirst, desto weniger verdienst du pro Projekt. Das ist absurd.

Warum Stundensätze eine Falle sind

Dein Kunde kauft kein Zeitkontingent. Er kauft ein Ergebnis. Eine Landing Page, die konvertiert. Ein Rebrand, der funktioniert. Der Wert dieses Ergebnisses hat nichts mit deinen Stunden zu tun.

Der Umstieg auf Projektpreise

Starte mit einem klar definierten Paket. Zum Beispiel: "Landing Page Paket: Konzept, Design, Umsetzung, eine Feedbackrunde. Festpreis: X Euro." Du weißt, wie lange du brauchst. Der Kunde weiß, was es kostet. Beide gewinnen.

Fehler 2: Scope Creep nicht einpreisen

"Kannst du noch schnell..." ist der teuerste Satz in jeder Agentur. Kleine Zusatzwünsche summieren sich und werden nie berechnet.

Die Lösung: Change Requests formalisieren

Definiere im Angebot klar, was enthalten ist und was nicht. Alles darüber hinaus ist ein Change Request mit eigenem Preis. Das ist nicht unfreundlich, das ist professionell.

So kommunizierst du es dem Kunden

"Das können wir gerne machen. Das liegt außerhalb des aktuellen Scopes. Soll ich dir ein kurzes Angebot dafür schicken?" Sachlich, freundlich, klar.

Fehler 3: Interne Kosten unterschätzen

Die meisten Agenturen kalkulieren nur die direkten Projektkosten. Projektmanagement, interne Abstimmung, Akquisezeit und Verwaltung werden vergessen.

Was wirklich in den Preis muss

Für jede Stunde produktive Arbeit fallen typischerweise 30-40 % Overhead an. Wenn dein Designer vier Stunden an einem Logo arbeitet, kommen Briefing, Abstimmung, Korrekturrunden und Projektmanagement dazu. Realistisch sind sechs bis sieben Stunden Gesamtaufwand.

Die ehrliche Kalkulation

Nimm deine Gesamtkosten pro Monat (Gehälter, Miete, Tools, Versicherungen). Teile durch die tatsächlich abrechenbaren Stunden. Das ist dein Break-Even-Stundensatz. Dein Preis muss deutlich darüber liegen.

Fehler 4: Rabatte ohne Gegenleistung geben

"Wir machen das günstiger, damit wir den Kunden gewinnen." Das Signal an den Kunden: Euer normaler Preis ist zu hoch. Ab jetzt erwartet er immer einen Rabatt.

Wenn Rabatt, dann mit Bedingung

Rabatt nur gegen Gegenleistung: Vorauszahlung, längere Vertragslaufzeit, Testimonial, Case Study. Nie einfach so. Damit bleibt der Standardpreis intakt.

Preisanker setzen

Zeig immer zuerst den vollen Preis. Wenn du dann einen Rabatt gibst, versteht der Kunde den Wert. Wenn du direkt mit dem reduzierten Preis einsteigst, wird das der neue Normal.

Fehler 5: Preise nie erhöhen

Deine Kosten steigen jedes Jahr. Gehälter, Tools, Miete. Wenn deine Preise gleich bleiben, sinkt deine Marge automatisch.

Wann und wie du Preise erhöhst

Einmal pro Jahr prüfen, einmal pro Jahr anpassen. Für Bestandskunden: drei Monate Vorlauf, transparente Kommunikation. Für Neukunden: sofort die neuen Preise nutzen.

Die Angst vor Kundenverlusten

Ja, manche Kunden werden gehen. Das sind meistens die, die sowieso nur wegen des Preises bei dir waren. Die Kunden, die deinen Wert schätzen, bleiben.

Dein erster Schritt

Berechne diese Woche deinen tatsächlichen Stundensatz für die letzten drei Projekte. Nicht den, der im Angebot stand. Den echten. Diese Zahl zeigt dir, wo du stehst und wo du handeln musst.

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Häufige Fragen

Stundenbasierte Abrechnung bestraft Effizienz. Je besser und schneller du wirst, desto weniger verdienst du pro Projekt. Projektpreise orientieren sich am Wert des Ergebnisses.

Definiere im Angebot klar, was enthalten ist. Alles darüber hinaus ist ein Change Request mit eigenem Preis. Kommuniziere das sachlich und professionell.

Einmal pro Jahr prüfen und anpassen. Bestandskunden mit drei Monaten Vorlauf informieren, für Neukunden sofort die neuen Preise nutzen.

Nimm deine Gesamtkosten pro Monat und teile sie durch die tatsächlich abrechenbaren Stunden. Vergiss nicht, 30-40 % Overhead für Projektmanagement und Abstimmung einzukalkulieren.

Nur gegen Gegenleistung wie Vorauszahlung, längere Vertragslaufzeit oder ein Testimonial. Rabatte ohne Bedingung signalisieren, dass dein normaler Preis zu hoch ist.

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