Markus Vieghofer

Onboarding neuer Mitarbeiter: Dein 30-60-90 Tage Plan

Lead4 Min. Lesezeit

Einen guten Mitarbeiter zu finden ist schwer. Ihn in den ersten drei Monaten wieder zu verlieren ist teuer. Die meisten Agenturen investieren viel in Recruiting und fast nichts in Onboarding. Das ist, als würdest du einen Ferrari kaufen und dann kein Benzin tanken.

Warum Onboarding in Agenturen oft scheitert

In vielen Agenturen sieht Onboarding so aus: Laptop hinstellen, Slack-Zugang geben, "Frag einfach, wenn du was brauchst." Das funktioniert nicht, weil neue Mitarbeiter nicht wissen, was sie nicht wissen. Besonders kritisch, wenn du Schlüsselrollen wie Delivery Lead oder Client Partner besetzt.

Die Kosten von schlechtem Onboarding

Ein Mitarbeiter, der in der Probezeit geht, kostet dich drei bis sechs Monatsgehälter, wenn du Recruiting, Einarbeitung und verlorene Produktivität zusammenrechnest. Bei einem Gehalt von 4.000 Euro brutto sind das schnell 20.000 Euro.

Was gutes Onboarding bewirkt

Ein strukturierter Onboarding-Prozess reduziert die Frühfluktuation um bis zu 50 %. Neue Mitarbeiter werden schneller produktiv und fühlen sich als Teil des Teams.

Die ersten 30 Tage: Orientierung

In den ersten 30 Tagen geht es nicht um Leistung. Es geht darum, anzukommen.

Woche 1: Basics und Menschen

Tag 1 ist durchgeplant. Technik einrichten, Tools erklären, Team vorstellen. Jeder neue Mitarbeiter bekommt einen Buddy, eine erfahrene Person, die als erste Anlaufstelle dient. Nicht der Chef, sondern ein Kollege auf Augenhöhe.

Woche 2-4: Prozesse verstehen

Der neue Mitarbeiter durchläuft alle wichtigen Prozesse einmal: Wie läuft ein Projekt ab? Wie kommunizieren wir mit Kunden? Wo finde ich was? Am Ende der 30 Tage sollte er den Agenturalltag verstehen.

Das 30-Tage-Gespräch

Am Ende des ersten Monats: ein offenes Gespräch. Wie fühlst du dich? Was ist unklar? Was fehlt dir? Dieses Gespräch zeigt dir Lücken in deinem Onboarding-Prozess.

Tag 31-60: Eigenständigkeit

Jetzt wird es ernst. Der neue Mitarbeiter übernimmt erste eigene Aufgaben und Projekte.

Verantwortung schrittweise übergeben

Nicht sofort den größten Kunden zuweisen. Starte mit kleineren Projekten oder Teilaufgaben in größeren Projekten. Steigere die Komplexität schrittweise.

Feedback-Rhythmus beibehalten

In dieser Phase sind wöchentliche kurze Check-ins wichtig. Nicht um zu kontrollieren, sondern um Fragen zu beantworten und Korrekturen vorzunehmen, bevor sich Fehler einschleifen.

Integration ins Team

Bis Tag 60 sollte der neue Mitarbeiter in allen relevanten Meetings sitzen, die Team-Dynamik verstehen und erste eigene Beiträge leisten. Der Buddy bleibt Ansprechpartner, aber die Fragen werden weniger.

Tag 61-90: Volle Leistung

Klare Erwartungen setzen

Am Tag 61 definierst du gemeinsam, was bis Tag 90 erreicht sein soll. Konkrete Ziele, messbare Ergebnisse. Das schafft Klarheit für beide Seiten.

Eigenverantwortung fördern

Der Mitarbeiter sollte jetzt eigene Projekte oder Kunden betreuen können. Nicht perfekt, aber eigenständig. Wenn er nach 90 Tagen noch bei jeder Entscheidung fragt, stimmt etwas mit dem Onboarding oder dem Hire nicht.

Das 90-Tage-Gespräch

Das wichtigste Gespräch: Passt es? Von beiden Seiten. Sei ehrlich. Wenn es nicht passt, ist jetzt der Zeitpunkt, das anzusprechen. Nicht nach einem Jahr. Das ist fair gegenüber dem Mitarbeiter und gegenüber deinem Team.

Die Onboarding-Dokumentation

Was du schriftlich festhalten solltest

Erstelle ein Onboarding-Dokument mit: Checkliste für die erste Woche, Übersicht aller Tools mit Zugängen, Beschreibung der wichtigsten Prozesse, Organigramm mit Verantwortlichkeiten, FAQ mit den häufigsten Fragen neuer Mitarbeiter.

Lebendiges Dokument statt einmalige Erstellung

Jeder neue Mitarbeiter ergänzt das Dokument. Was hat gefehlt? Was war unklar? So wird dein Onboarding mit jedem neuen Hire besser.

Dein nächster Schritt

Schreibe diese Woche eine einfache Checkliste für die erste Woche eines neuen Mitarbeiters. Nicht perfekt, nicht vollständig. Einfach anfangen. Mit jedem neuen Hire wird sie besser.

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Häufige Fragen

Ein Mitarbeiter, der in der Probezeit geht, kostet drei bis sechs Monatsgehälter — bei 4.000 € brutto sind das schnell 20.000 € für Recruiting, Einarbeitung und verlorene Produktivität.

Die ersten 30 Tage sind Orientierung: Technik einrichten, Team kennenlernen, Buddy zuweisen und alle wichtigen Prozesse einmal durchlaufen.

Nach 90 Tagen sollte er eigene Projekte oder Kunden eigenständig betreuen können. Wenn er nach 90 Tagen noch bei jeder Entscheidung fragt, stimmt etwas nicht.

Ein strukturierter Onboarding-Prozess reduziert Frühfluktuation um bis zu 50 %. Der Schlüssel sind ein Buddy-System, regelmäßige Check-ins und klare Erwartungen.

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